Ein Roman, der nicht nur einer der besten Anti-Kriegsromane ist, sondern auch zeigt, was passieren kann, wenn man dem Staat zu viel Macht über das Volk gibt.
…und sei es auch mit noch so edlen Vorsätzen.
Die Geschichte beginnt mit dem kleinen Ender, ein sogenannter Dritt, was bedeutet, dass er das dritte Kind in einer Familie ist.
Das dritte Kind in einer Familie ist eine verachtete Besonderheit, die nur vom Staat toleriert wird, wenn die Familie vielversprechende Gene besitzt und die ersten beiden Kinder zwar geeignet, aber nicht völlig perfekt sind.
Gesucht wird vom Weltstaat nämlich nichts Geringeres, als das absolute taktisch-militärische Genie, das den hoffnungslos unterlegenen Menschen endlich den totalen Sieg gegen Aliens bringen soll, die nur „die Krabbler“ genannt werden.
Zu diesem Zweck werden gern mal die befruchteten Eier einer schwangeren Frau manipuliert und trotz Geburtenkontrolle eben diese Dritts zugelassen.
Sind Kinder gute Kandidaten, bekommen sie einen „Monitor“ eingepflanzt, der den Generälen die psychische Verfassung zeigt und alles, was die Kinder sehen und hören.
Ein paar Jahre müssen sie dieses Ding tragen, dann zeigt sich, ob sie auf eine Militärschule kommen.
Man darf hierbei nicht vergessen, dass sie dann gerade einmal 6 Jahre sind und ihren ersten Heimaturlaub frühestens mit 18 bekommen.
Allerdings schreiben die meisten Eltern ihre Kinder ab, sobald sie für die Militärlaufbahn ausgewählt werden, da die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass sie gar nicht mehr zurückkommen.
Ender jedenfalls scheint sehr geeignet, es scheint sogar, als könnte er das lang ersehnte taktische Genie zu sein, das die Generäle seit Jahren suchen.
Sein älterer Bruder schied aus, weil er zu grausam war, seine ältere Schwester, weil sie zu sanftmütig war, er scheint beide Charakterzüge in Balance zu halten.
Doch Ziel der Ausbilder ist nicht, ihm zu helfen sich zu entwickeln oder ihm eine gute Zeit auf der Schule zu machen. Genauso wenig soll er wie ein Kind behandelt werden oder Freunde finden. Er soll abgehärtet und isoliert werden, damit er seine Fähigkeiten entwickeln kann.
Natürlich alles mehr oder weniger aus dem Hintergrund.
Ender geht also durch die Hölle auf dieser Schule, während seine Schwester auf der Erde versucht den Mordgelüsten des anderen Bruder zu entkommen und das alles, bevor sie 12 Jahre alt sind.
Sobald Ender dann 12 Jahre alt ist, soll er eine Abschlussprüfung der Militärschule ablegen.
Es scheint, als hätten die Militärs auch diese Prüfung wieder zu seinen Ungunsten manipuliert, wie schon so oft in seiner bisherigen Ausbildung, nur um ihn zu formen.
Doch Ender will sich nicht brechen lassen und hält sich selbst an keine Regeln und kann die Simulation gewinnen, indem er alle Krabbler auslöscht.
Er erwartet für seine Missachtung der Regeln von den anwesenden hochrangigen Militärs niedergemacht zu werden, doch die überschütten ihn mit Glückwünschen, denn es war keine Simulation, sondern eine echte Schlacht, geschlagen von echten Soldaten, gegen echte Krabbler, die den Befehlen von Ender gefolgt sind.
Jetzt realisiert Ender, dass er eine ganze Rasse, eine ganze Zivilisation ausgelöscht hat….
Schon harter Stoff das Buch, vor allem, wenn man bedenkt, wie jung die Protagonisten sind.
Einer der Jungs, die mit Ender auf der Schule sind, musste in einem Nachschlagewerk in einem der Computer erst nachschlagen, was Kinder sind, um zu wissen, dass normale Kinder keine Waffen bedienen und andere Lebewesen umbringen.
Allerdings wird man keinesfalls Parallelen zu Kindersoldaten in Afrika finden, da gegen die afrikanischen Kindersoldaten die Kinder um Ender noch ein tolles Leben haben, allerdings sind sie dem Durchschnittseuropäer viel näher, was einem euch den Horror der Kindersoldaten irgendwie greifbarer macht, auch wenn es ein SciFi-Roman ist dessen Handlung in der Zukunft spielt.
Schlagworte: Das große Spiel, Orson Scott Card, SciFi